14.12.2015  /  Sascha  /  Kategorie: Residents

Bevor 2015 leise Adieu sagt, werfen wir nochmal einen kurzen Blick zurück. Es ist einiges passiert, unter anderem sieben Radiosendungen, fünfzehn Podcasts und unzählige tolle Begegnungen vor und hinter den Decks. Im Radio, in Clubs, auf Open Airs und abseits von all dem. On- wie offline. Und wie jedes Jahr wollten wir auch dieses Mal wieder von all den Leuten, die Ashore dieses Jahr mit einem Podcast oder einem Besuch im Reboot.FM-Studio begleitet haben, ihren Lieblingstrack 2015 wissen – und was ihn dazu gemacht hat. Hier der zweite und letzte Teil (zu Teil 1) mit folgenden Künstlern:

Best-of 2015 Teil 2

Vielen Dank für ihre Favoriten, Podcasts, Radiobesuche und Musik an Frwctrl, Albrecht Wassersleben, Richard Zepezauer, Resom, Broshuda, Telephones, Kali Avaaz, Kalipo, Iron Curtis, Carlos de Brito und Nano Nansen (v. l. o. n. r. u.)! Und vielen Dank auch an reboot.fm für den Support!

ashorecast 41 christian beetz frwctrl

Frwctrl:
Vangelis Katsoulis – Improvisation (Max D Edit) (Into The Light)

„Mein DJ-Track des Jahres 2015 ist ‘Improvisation’ von Vangelis Katsoulis im Max D Edit, den man unter anderem auch von den Beautiful Swimmers kennt. Ich habe das originale Killeralbum von Katsoulis schon eine ganze Weile in meiner Sammlung, hier nun ein perfekter Edit beziehungsweise Remix von einem meiner Lieblingsstücke des Albums. Max D hat der Stück eine killer trockene Bassline hinzugefügt, sodass wir schwuppdiwupp aus dem relaxten Baleraric-Fusion-Stück eine perfekte Nummer für den Dancefloor erhalten. Timeless and kickin’.“

ashorecast-38-aw-sc-blog

Albrecht Wassersleben:
Various – Where The Corries Hold The Snow (Firecracker Rec.)

„Der schottische Experimantal-Folk Sänger Wounded Knee, Lord of The Isle und Firecracker Recordings Mastermind Lindsay Todd haben ein Ambient-Folk Album für die Ewigkeit geschaffen, das nicht nur musikalisch der mythologischen, historischen und geografischen Geschichte des Schottischen Hochlands ein Denkmal setzt, sondern den Hörer auch visuell und haptisch mit auf die Reise der Musiker nimmt.

‘What is your idea of North,
to what places do you go,
to the lands beyond the Forth,
where the corries hold the snow’.

Vier archäologische prähistorische Landschaften in Schottland lieferten die Vorlage für die großartigen Artworks. Man verwendete Laserscans um zum Beispiel Punktwolkenbilder (Point Cloud Data) zu schaffen, die künstlerisch in einem großformatigen Booklet den Schallplatten beziehungsweise der CD beiliegen. Am meisten beeindruckt mich, mit welcher Authentizität die Musik und der Gesang sich dem Hörer aufzeigen und ihn auf die Bergwanderung durch Schottland mitnehmen. Das Mac-Talla Na Creag-Album ist ein großartiges Beispiel, wie die Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe einer Landschaft durch kreatives Schaffen aussehen kann. Wissenschaftliche Methoden, moderne Aufnahmetechnik, aber auch traditionelle Instrumente und klassischer Gesang verschmelzen zu einem künstlerischen Denkmal, was mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann.“

Richard Zepezauer Radio

Richard Zepezauer:
Tapes – Helix Dub (EM Records)

„Tapes ist ohne Zweifel einer der interessantesten neuen Produzenten, die in jüngerer Zeit in Erscheinung getreten sind. Das ganze Album (No Broken Hearts On This Factory Floor) scheint aus der nahen Zukunft zu kommen und verteilt weckrufartig und mit leichter Hand freche Ohrfeigen. ‘Helix Dub’ ist ein Filtermonster und bleibt jede Sekunde spannend. Das könnte von mir aus auch ruhig zwei Jahre oder mehr auf Dauerschleife laufen. Von Tapes wird man in den kommenden Jahren noch einiges hören, da bin ich mir ziemlich sicher.“

Resom-Ashoreradio-32

Resom:
Hodge – Amor Fati (Peverelist Remix) (Dnuos Ytivil)

„Pearson Sound hat diesen Track kurz vor Ende seines Sets im August dieses Jahres bei der Blank Rotation im ://about blank gespielt. Das Stück hat mich völlig umgehauen in seiner gewaltigen Unruhe, Rhythmus pur und massig Bass. Überhaupt kommt endlich der Bass zurück in den Club. Eine gute Entwicklung aka Head Shake. Außerdem hat mich, auch wenn der Song schon etwas älter ist, dieses Jahr ‘But No Tonight‘ von Depeche Mode begeistert. Das Stück hatte ich vor und nach dem Freerotation Festival für Wochen im Kopf, warum auch immer.

‘Here on my own
All on my own
How good it feels to be alone
Tonight
And I haven’t felt so alive
In years’

Für mich beschreibt es auch perfekt mein letztes Jahr, nicht nur von den Lyrics her, sondern auch musikalisch – deepestsynthpopgalore.“

Broshuda Ashorecast

Broshuda:
Lutto Lento – Marabut (Where To Now)

„Warum auch immer, aber die Veröffentlichung hatte ich leider komplett verpennt, bis ich in einem Podcast von Tabitha von NTS Radio den A2-Track ‘Marabut’ gehört habe, glaube ich. Ich musste sofort herausfinden, was das für ein Track war, da er mich direkt richtig gekitzelt hat. Seitdem ist das ein steter und verlässlicher Begleiter bei sommerlichen Radtouren und Sunday-Cruisereien gewesen.“

Telephones-Ashoreradio-33

Telephones:
Fit Siegel – Carmine (Fit)

„The title-track is simply one of the most stunning, delicate, beautifully understated and vibey pieces of art I’ve heard. Ever. First time I heard it I had just come home from some ridiculous Berlin-allnighter, it was 11am, winter, cold and nasty, and I accidentally listened to it on Soundcloud when a pre-listen was available some months before it was released. I sat in my kitchen completely paralysed, listening to it on repeat for about 14 times. Seriously. I just sat there for about 2 hours. It brought tears to my eyes, a smile on my face and a million thoughts in my head. Life. About 300 plays later, it still does. It’s the perfect snapshot of The Human Condition. Since it came out in March I’ve said many times that regardless of what comes later in the year, this is THE record of 2015. And I still haven’t changed my mind. Hands down, pure magic from the top!“

Kali Avaaz Ashorecast

Kali Avaaz:
Djrum – Plantain (Samurai Red Seal)

„Das ist nicht nur mein Track des Jahres, nein, meines gesamten Jahrzehnts! Auf diversen Gigs gespielt, in gleich zwei Podcasts verbaut, zu Hause und im Auto auf Dauerrotation. Gelungener kann ein Track einfach nicht sein. Da denkt man sich ‘Aha, so einer ist das also’ und ehe man es überhaupt realisiert, steht man schon ganz woanders. Wenn man am Anfang nicht weiß, wie es enden wird, das ist echt. Lieber Felix Manuel, vielen Dank dafür!“

Kalipo Ashoreradio #30

Kalipo:
The Acid – Red (Olaf Stuut Remix) (Infectious)

„Ich bin verliebt in die vielen Details, die Olaf Stuut aus Amsterdam in diesem Remix von ‘Red’, das im Original von The Acid stammt, abliefert. Das beginnt mit dem gepitchten Rauschen am Anfang und geht über das ganze Arrangement des Songs. Kombiniert mit der Stimme, ist das mein Favorit des Jahres 2015.“

Ashoreradio #31 - Iron Curtis

Iron Curtis:
Scott Grooves – The Basic Part / Finished (Natural Midi)

„Ursprünglich auf einer CDR-Compilation Anfang des Jahres veröffentlicht (und daher leider ziemlich untergegangen), kam das Stück durch einen Re-Release im September auf der ‘Parts Manager’ 12-Inch nochmals zur vollen, wohlverdienten Geltung. Scott Grooves kategorisiert ‘Finished’ auf der Platte äußerst zurückhaltend als ‘The Basic Part’ ein: Dies ist entweder übermächtigem Understatement geschuldet oder soll dem geneigten Hörer suggerieren, dass, wenn es sich hier nur um einen ‘Basic Part’ handelt, noch ganz andere, größere Taten des Meisters auf sich warten lassen. Denn die Drums in Trent-Manier gepaart mit der rollenden Bassline, den wärmsten Chord Stabs und Strings of Heaven sind alles andere als ‘basic’. Diese Kombi wäre an sich schon ausreichend genug, doch schafft es Grooves, das Stück zur Mitte hin mit einem Clavi-Solo zu brechen, bei dem für mich bei jedem Hören immer wieder die, schon so oft beschworene, sprichwörtliche Sonne aufgeht. Und da nach diesem kurzen, euphorischen Moment, die 909-Rimshots derart erbarmungslos zünden, besteht keine Sekunde Gefahr, dass das Stück in Kitsch und Cheese abdriften würde. What a ride. Danke Scott!“

Ashorecast Carlos De Brito

Carlos de Brito:
Traumprinz – Where Is Home (Unreleased)

„Ok, zugegebenermaßen ist das ein sehr einfach zu durchschauender Trick, um über die Vorgabe, meinen Lieblingstrack zu nennen, dann doch den Fokus auf meinen Lieblingsmix des Jahres aus dem Hause Giegling zu richten. Sorry, Ashore. Aber ich habe nichts auch nur annähernd so häufig in 2015 gehört wie diesen Mix. Gute Länge, von vorne bis hinten perfekt ineinander verwoben, eine Reise voller Highlights (alle) und ohne Ausfälle (keine). Einen einzelnen Song daraus hervorheben zu wollen, wird dem Mix nicht gerecht. It’s a keeper.“

Nano Nansen Ashoreradio

Nano Nansen:
Voilaaa – Spies Are Watching Me (Feat. Sir Jean) (Favorite)

„Eine der wenigen aktuellen Produktionen, die alles, was ich an Tanzmusik mag, miteinander vereint. Die 12-Inch ‘Spies Are Watching You (feat. Sir Jean)’ verlässt, seitdem ich sie Anfang des Jahres gekauft habe, meine Plattentasche nicht mehr. Warum auch? Das Ding funktioniert immer und überall! Sobald die Vocals einsetzen, hat man jeden Einzelnen auf der Tanzfläche. Patchworks ist immer eine sichere Bank, denn der Typ weiß einfach, wie man abliefert.“