10.03.2017  /  Sascha  /  Kategorie: Podcasts

Auflegen ist wie Kochen – und umgekehrt. Das ist genauso Klischee und Floskel wie doch ein Stück weit Wahrheit. Princess P aus der Schweizer Hauptstadt Bern ist gelernte Köchin und wird das bestätigen können. Anfang der Neunziger packte sie die Leidenschaft für die Musik, schnell ging es vom einfach nur hören zum auch selbst mixen. Inzwischen spielte sie sogar unter anderem beim Sónar Festival in Spanien, hostet/e mit Dolce ihre eigene Veranstaltungsreihe und nahm an der Red Bull Music Academy teil. Ihre Sets stehen für House und Disco, reichen teils aber auch weit darüber hinaus bis hin zu HipHop und Techno. Passend zu ihrem wunderbarem Ashorecast #57 sprachen wir mit der Schweizerin unter anderem über ihren Weg zum Auflegen, ihren Job im Plattfon Recordstore in Basel, ihre Heimat Bern und vieles mehr.

Princess P

Muriel, wie lange legst du schon auf und was hat dich dazu gebracht?
Das Mixen zweier Platten lernte ich mit meiner damaligen Schulfreundin so um das Jahr 1994, wir nannten uns The Tribal Kids. Mein älterer Bruder war House-DJ und brachte es uns bei. Im Übungskeller nahmen wir dann allabendlich stundenlang Tapes auf. Zwischendurch hatten wir auch öffentliche Auftritte und waren im Vorfeld immer schrecklich nervös.

Mit Dolce veranstaltest du in unregelmäßigen Abständen auch eigene Partys in Bern und Basel. Was ist das Konzept bzw. die Idee dahinter und was ist als nächstes geplant?
Meine kleine Veranstaltungsreihe habe ich seit letztem Jahr vorerst mal auf Eis gelegt. Als letztes veranstaltete ich Syracuse live (Antinote/Fr) und kurz darauf in Kooperation mit einer Freundin (ihr Label heißt Deconstruction Club) Lena Willikens. Beides fand in Bern im Klub Kapitel Bollwerk statt.

Princess P

Im Interview mit Keep It Deep meintest du 2010, dass du hin und wieder an eigenen Tracks arbeitest. Wie steht es aktuell um deine Musik?
Leider lässt die Zeit es Schlicht nicht zu, am liebsten würde ich mir ein paar Wochen Zeit nehmen, ohne jegliche Ablenkung. Das wiederum lassen meine täglichen Verpflichtungen nicht zu, mal sehen, ob ich das in absehbarer Zeit ändern kann, Lust hätte ich jedenfalls. An der Planung und Motivation mangelt es allerdings oft etwas.

Wie kamst du zu deiner Arbeit im Plattfon Recordstore in Basel? Worauf ist der Laden spezialisiert und wieviel kaufst du selbst im Monat?
2010 begleitete ich einen befreundeten Schallplattenvertrieb bei seinem Kundenbesuch im Plattfon und es war mir auf Anhieb klar, dass ich dort gerne Zeit hinter der Theke verbringen möchte. Plattfon führt verschiedene Sparten Musik, von elektronisch bis zu Alternative Rock, von experimenteller Musik bis zu HipHop, Soul und Afro. Es ist ein kleiner Laden und hat daher auch ein beschränktes Sortiment. Ich kaufe mir im Schnitt pro Monat zwischen 10 und 20 Platten, abhängig von meinem Budget.

Trotz deiner Arbeit in Basel lebst du noch in Bern. Was gefällt dir an der Stadt, was würdest du ändern, wenn du könntest?
Bern liegt in der Mitte der Schweiz, man reist in einer Stunde in alle grösseren Städte und der Röstigraben ist nicht weit. So nennen wir den sinnbildlichen Graben zwischen der deutschen und der französisch sprechenden Schweiz. Ich mag meine günstige Wohnung, meine Freunde und die Aare im Sommer. Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich die ganzen Beamten in eine andere Stadt verfrachten, sogar das Bundeshaus.

Princess P

Danke für deinen Mix! Wie und wo hast du ihn aufgenommen, gab es vorab ein Konzept?
Den Mix habe ich bei mir zu Hause in meinen Espadrills aufgenommen, er wurde sehr eklektisch. Ich wähle meistens Musik, die sich nicht oder eher selten für Clubs eignet. Inspirieren lasse ich mich durch meinen Alltag und mein Umfeld.

Wo kann man dich bald mal wieder auflegen hören?
Zum Beispiel am 1. April mit Tama Sumo im Kapitel Bollwerk in Bern. Bis dann!

Tracklist

1. Lowroad – Black Swan
2. Barry Woolnough – Great Father Spirit In The Sky
3. Durutti Column – Home
4. B12 – Indeterminate Path
5. Xique-Xique – 1542
6. Abrao – Aguas Do Ganges (Takata)
7. Dark Strands – We Own The Night
8. G U – Battrey Acid
9. Michele Mininni – Hyper Martino (Red Axes Remix)
10. Young Wolf – Kabuki (Spiritual Version)
11. Len Leise – O Caminho (Len’s Dub)
12. Superpitcher – Little Raver

Princes P kann man bei Soundcloud und Facebook folgen.

Podcastfoto: Dominik Asche