22.04.2012  /  Jan  /  Kategorie: Platte der Woche

Kennt noch jemand Apollo Records, die kleine Labelschwester von R&S? Als „Ambient-Sub-Label“ gebrandmarkt, bekam es nie die gleiche Aufmerksamkeit wie R&S und strotzte trotzdem vor wunderschönen Veröffentlichungen. „The Passage“ von Model 500 etwa, oder „Tee+“ von Sun Electric. Nachdem R&S sich in den letzten Jahren zu erneuten Höhenflügen aufschwang, ist Apollo wieder zum Leben erwacht. Die erste 12“ durfte Synkro beisteuern, der mit seinem zuckersüßen „Broken Promise“ eine Brücke zwischen Drumandbass und Downbeat mit Hilfe fantastischer Harmonien schlug.

Der Londoner Jack Dixon liefert nun die zweite EP, anstelle von Drumandbass ist jedoch House sein Referenzpunkt. Allerdings ist der für Jack Dixon typische House (bitte nicht vom Namen irritieren lassen!) nicht durch einen jackenden Beat gekennzeichnet, auf der gegensätzlichen Referenzseite ist für Dixon nämlich (Post-)Dubstep. Für seinen eigenen Stil transplantiert er einfach den Swing des bei 140bpm liegenden Dubsteps in gemächlichere 120bpm. Dadurch klingt seine Version von House extrem fluffig – ohne jedoch weichgespült zu wirken. Das kommt vor allem bei „Everytime“ hervorragend zur Geltung: Gesangsfetzen schmeicheln dem inneren Harmoniebedürfnis, eine leicht flirrende Percussion treibt das Lied immer weiter an und ein warmes Knistern sorgt als Sahnehäubchen für das Wohlgefühl. Vielleicht ist es der einsetzende Frühling, der dieses Lied gerade zu einem perfekten Wegbegleiter macht.

Es finden sich noch drei weitere Tracks auf der EP: Das titelgebende „You Won`t Let Me“ ist ein dahingehauchter Soundtrack für Liebeskummer. „Saviour“ und „Black Paint“ gehen dafür um einiges tiefer, können jedoch nicht auf Anhieb überzeugen. Alles in allem aber eine empfehlenswerte Platte, man darf gespannt sein, was demnächst noch so vom auferstandenen Apollo kommt.

Übrigens: Wer Jack Dixons Freebie „Clear“ noch nicht auf seiner Festplatte hat, sollte das schleunigst nachholen.