06.11.2013  /  Jan  /  Kategorie: Platte der Woche

Crow 001

Mitte Oktober war die Ashore-Crew für ein paar Tage in Israel, wir haben dort zwei Gigs gespielt, den toten Mann im Toten Meer gespielt, einen Hummus-Overkill nach dem anderen erlebt und jede Menge interessante Leute getroffen. Die Szene für elektronische Musik ist erstaunlich vital, sehr gut vernetzt und bekommt mittlerweile auch wieder internationale Aufmerksamkeit. Unter anderem trafen wir Deep’a & Biri (alias Yaron Amor & Itai Biri) in Tel Aviv, die vor kurzem ihr Debütalbum auf DJ Hells Label International DJ Gigolo veröffentlichten. Nun ja, eigentlich keines meiner Blindkauf-Label, ehrlich gesagt zählte meine Sammlung exakt Null Gigolo-Exemplare bis ich Emotions Visions Change in die Hände bekam. Ein mehr als solides Album, zwischen Dub und Detroit angesiedelt. Kein Wunder, dass auch Derrick May Interesse zeigte und sich mehrere Tracks für Transmat sicherte. Robert Hood gab auch schon Props. Und das alles innerhalb von einem Jahr. Nicht schlecht für Newcomer, oder?

Den Schwung nutzten Deep’a & Biri gleich für die Gründung ihres eigenen Labels Black Crow Records, welches sie von Tel Aviv aus betreiben und hauptsächlich eigenes Material sowie das von Freunden veröffentlichen wollen. Das erste Release „Redshift / Blueshift“ ist zwar schon seit Ende August draußen, doch erst vorgestern gekauft ist sie für mich jetzt die Platte der Woche. Beide Tracks entstanden in Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Freund Gene, ein Remix steuerte der Grieche Argy bei. Klarer Referenzpunkt ist und bleibt Dub und Detroit, wobei die B-Seite „Blueshift“ mein Favorit ist: Langsam, fast schon verhuscht, baut sich eine dunkel blubbernde Atmosphäre auf und nach einem kurzen Break durchbricht ein Sonnenstrahl in Form einer äußerst simplen und trotzdem sehr prägnanten Melodie den Dunstkreis. „Redshift“ geht wesentlich packender zur Sache, dort jagen Dubchords einen Sprachfetzen vor sich her. Der Remix von Argy addiert ein extra Pumpen und kommt weniger hallig. Seine Version lässt sich leichter an House-Sets andocken, ist aber auch irgendwie langweiliger. Trotzdem ein klasse Erstling!