25.05.2016  /  Sascha  /  Kategorie: Fundstücke

„Weißt du was, bald lade ich mal ein paar meiner Tracks auf Myspace hoch“, sagte Mbeck zu mir. Das ist ewig her, etwa 2009, ich glaube, es war im Café Wagner in Jena. Doch passiert ist nichts, stattdessen blieb er sich und seiner Social-Media-Aversion treu – bis vor kurzem zumindest. Mbeck auf Soundcloud, Facebook und nun – nachdem ich jahrelang nie einen Track von ihm zu hören bekam – sogar auf Platte. Keine Ahnung, welche Überredungskünste die Jungs von Solid Rotation anwandten, um den seit langem still und leise vor sich produzierenden Mbeck mitsamt drei seiner Tracks aus dem Schlafzimmer in das eigene, wenn auch noch kleine Labelroster zu locken. Doch mit der „Impenetrable EP“ erschien nun endlich nicht nur das zweite Solid Rotation-Release, sondern auch das Vinyldebüt von Mbeck, sieht man einmal von einer ewig alten Kollaboration zusammen mit Metaboman unter dem Namen „Patrone“ auf Milnor Modern ab.

Wer die DJ-Sets von Mbeck kennt, weiß um seine Liebe für den groovenden Minimalismus von Produzenten wie Minimal Man, Baby Ford und Ricardo Villalobos. In ebendiese Kerbe schlagen auch die drei Tracks seiner „Impenetrable EP„. Dabei brauchen die elf Minuten der A-Seite nicht viel mehr als ein paar simple Zutaten (Kick, Bass, Snares, Synth, Vocal und fertig), um den feinstofflich definierten Minimalismus der 2000er wieder aufleben und uns völlig im Groove der „Northern Scale“ aufgehen zu lassen. Noch einen Schritt zackiger gehen die beiden Tracks auf Seite B voran. Doch während „Brachium“ noch stiltreu Anschluss zur Flip sucht, bricht „87 Parsecs“ den Four-to-the-Floor-Groove seiner beiden Vorgänger auf und schraubt sich mittels Breakbeats in Hirn und Hüften. Gelungenes Debüt! Doch hoffentlich lässt der Nachfolger nicht wieder so lange auf sich warten.