05.02.2017  /  Sascha  /  Kategorie: 3 Kurze

Kim Brown, das sind Ji-Hun Kim und Julian Braun. Seit 2012 veröffentlichen sie House mit reichlich Tiefgang auf Just Another Beat, Fauxpas, Rivulet und anderen Labels. Doch sie produzieren nicht nur gemeinsam und haben bereits zwei Alben auf dem Kerbholz, sondern sind auch als DJ-Duo unterwegs. Wir luden zu 3 Kurzen und fragten einmal nach, was bei den beiden zuletzt in der Plattentasche landete.

Bruce Trail – Ravine Dream – Magicwire (2016)

Als wir 2012 unsere erste EP herausgebracht haben, fühlten wir uns schon geschmeichelt, dass viele vermuteten, hinter Kim Brown würde irgendein bereits hochdekorierter Detroiter stecken, der sich an einem neuen Alias abarbeitet. Von Debüts erwartet man gemeinhin was Rohes, im positiven Sinne Unreifes. Das selbe dachten wir vor einiger Zeit aber auch, als die EP “Ravine Dream” von Bruce Trail auf dem Vorhörteller in Neukölln lag. Die Platte erschien im Sommer 2016 auf dem Label Magicwire von Lone. Bruce Trail heißt eigentlich Scott Cairns, aber bis auf hier und da kleine Features gab es von ihm bis dato nichts. Dabei ist “Ravine Dream” nah dran an der perfekten EP. Hoch musikalisch, sympathisch analoge Anmutung und auch den Mut aufbringend, Acid-Jazz-Querflöten derart als Highlight zu platzieren, dass es einem wohlig-schön den Rücken runter läuft. Schön, dass House doch noch für derartige Überraschungen gut ist.

Andrew Red Hand – For My Mother – M>O>S Recordings (2015)

Clubmusik und persönliche Verluste sind an und für sich kein gutes Pairing. Wer Liebeskummer oder einen Verwandten verloren hat, möge damit doch bitte keine nivellierten, per se positivistischen Dancefloors bespielen. Wozu gibt es denn Folk und Emo? Der rumänische Produzent Andrew Red Hand hat den Tod seiner Mutter dennoch auf seiner 2015er EP „For My Mother“ auf MOS Deep reflektiert. Stringente Detroit-Sounds mit einem unprätentiösen und ergreifenden Feingefühl. Ein wichtiges Statement in Zeiten von durch Ketamin leergesaugten Gefühlsvakua im globalen Dancegeschäft. Auch seine neue EP „Dear Goddess“ ist nicht minder fantastisch. Guter Typ.

Heiko Voss – I Think About You – Kompakt Pop (2003)

14 Jahre alt und immer noch unglaublich toll. Der Track “I Think About You” von Heiko Voss auf Kompakt ist gut gealtert. Vor allem der Koze-Remix ist so universell wie ein Victorinox-Messer: Warmup, Peaktime, Afterhour daheim oder in der U8. So klingt wahre soulige Techno-Diplomatie. Gut arrangierte Streicher und eine kluge Bassline gehen halt immer, vorausgesetzt man weiß, was man tut. Das wird man von Altmeistern aber erwarten dürfen.


Kim Brown

Kim Brown, das sind Ji-Hun Kim und Julian Braun aus Berlin. Als gemeinsames Pseudonym haben sie ganz einfach eine leicht anglifizierte Kombination ihrer Nachnahmen gewählt. Seit 2012 veröffentlichen sie House mit Tiefgang auf Just Another Beat, Fauxpas und anderen Labels. Doch sie haben bislang nicht nur zwei LPs sowie diverse Singles im Backkatalog stehen, sondern sind auch als perfekt eingespieltes DJ-Duo unterwegs.