06.06.2016  /  Sascha  /  Kategorie: Residents

Gamebient Mix

„I want this to be played at my funeral“ ist ein Kommentar, den man auf YouTube unter den Videos zu „Hurt“ von Johnny Cash, einem Elliott Smith-Song oder Jeff Buckleys „Hallelujah“ erwartet. Nicht aber, wenn man nach der Musik aus dem Speichermenü von Silent Hill 3 sucht und diese dann sogar in einer extended 15-Minuten-Version findet. Doch ebenso wie Videospiele inzwischen fester Bestandteil unserer Popkultur sind, so sind es auch ihre Soundtracks. Das Ende von The Beginner’s Guide wäre vielleicht nur halb so eindrucksvoll ohne den Aphex Twin nicht unähnlichen Ambient von Ryan Roth alias Dual Ryan, einem Her Story würde ohne die subtilen Sounds von Chris Zabriskie reichlich Atmosphäre flöten gehen und Journey wäre auch ohne die Musik von Austin Wintory immer noch schön anzusehen, würde so aber vermutlich weit weniger Nackenhaare gen Norden gehen lassen. Zuletzt ist mir die Qualität moderner Videospiel-Soundtracks ganz besonders bei Firewatch aufgefallen, für dessen Songs Chris Remo verantwortlich zeichnet, die nicht nur das Spiel perfekt abrunden, sondern auch wunderbar für sich alleine stehen können.
Das gleiche gilt für sämtliche Tracks, die den Weg in meinen neuen Mix fanden und komplett aus mal mehr, mal weniger neuen Videospielen stammen. Einige davon habe ich selbst schon durch, andere noch immer auf dem to-play-Zettel. Ich wusste schon vorher, dass diese Songs auch ohne das dazugehörige Spiel funktionieren – ähnlich wie wohl auch das Label Ghostly International, das die Soundtracks zu Minecraft und Hohokum sogar auf Vinyl veröffentlichte. Doch vom gemixten Ergebnis bin ich sogar selbst überrascht. Denn aus einer Spielerei wurde mein erster Ambient-Mix seit langem – und mein bisher persönlich liebster noch dazu.

Tracklist

1. Martin Stig Andersen – Menu (Limbo)
2. Akira Yamaoka – White Noiz (Silent Hill 2)
3. Floex – The Mezzanine (Machinarium)
4. Ben Prunty – Cosmos (Explore) (FTL: Faster Than Light)
5. Chris Zabriskie – CGI Snake (Her Story)
6. Ben Benjamin – Air Parsing (Hohokum)
7. Disasterpeace – Formations & Memory (Fez)
8. Dual Ryan – Va (The Beginner’s Guide)
9. Chris Remo – Calm After The Storm (Firewatch)
10. Chris Remo – A Very Long Phase (Gone Home)
11. Disasterpeace – Wisdom’s Tragedy (Hyper Light Drifter)
12. Michiru Oshima & Kōichi Yamazaki – Impression (Ico)
13. Austin Wintory – The Call & First Confluence (Journey)
14. Heathered Pearls – Raising Our Ashes (Hohokum)
15. C418 – Subwoofer Lullaby (Minecraft)
16. Jim Guthrie – The Cloud (Sword & Sworcery)
17. Dual Ryan – D.S. Al Coda (The Beginner’s Guide)