17.07.2018  /  Sascha  /  Kategorie: Podcasts

Erst folgten wir uns in diversen sozialen Netzwerken, dann trafen wir uns irgendwann in echt (ich denke, es war beim Popkultur Festival) und inzwischen legen wir regelmäßig zusammen auf. Die Rede ist von Franzi aka Wht Distance, die nicht nur einen super stabilen Musikgeschmack hat, sondern auch noch drüber schreiben kann. Macht sie unter anderem regelmäßig für die Groove und Spex. Außerdem hostet sie zusammen mit Laura und Jelena die wunderbare Minnewunder-Sendung auf Cashmere Radio, wo ich bislang schon zu Gast sein und auch mal aushelfen durfte.

Wht Disctance

Was sie sonst noch so umtreibt, erzählte uns Wht Distance im Interview – und haute passend dazu noch einen tollen, knapp einstündigen Ashorecast irgendwo zwischen Experimental und Dance heraus.

Hey Franzi, ich weiß gar nicht mehr so genau, wann und wie wir uns kennengelernt haben. Aber irgendwann haben wir beschlossen, zusammen aufzulegen. Und da geht es dann immer querbeet zur Sache. Weißt du noch, womit es bei dir angefangen hat? Was war die erste Musik, die wirklich Eindruck bei dir hinterlassen hast, wo du mehr wissen und vor allem hören wolltest? Und wie ging es danach weiter?
Hast du das etwa schon vergessen? Sozialisiert wurde ich mit dem vielfältigen Plattenschrank meiner Eltern. Von Beethoven über Vivaldi, Abba und The Beatles gab’s darin alles, auch eine Pumuckl-Platte. Also ein interessantes Potpourri. Nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat damals, 1998 war das, allerdings Madonnas Ballade „Frozen“, die sich mein älterer Bruder auf Maxi-CD gekauft hat. Dieser düstere, elektronische, triphoppige Song hat mich als kleines Mädchen beeindruckt. Da war ich neun Jahre alt, ohne Internet und YouTube. Erst während meiner späten Teenager-Jahre habe ich dann wirklich nach Musik „recherchiert“ oder „gediggt“. Das ging von HipHop zu Indie über Punk hin zu den Universen elektronischer Musik.

Wht_Distance

Was ich bis vor einigen Wochen gar nicht wusste: Es gibt sogar ein Tape namens „Excerpts From The Past“ mit Musik von dir, inzwischen out-of-stock, aber mir war das das völlig neu. Wie kam es dazu und arbeitest du schon wieder an neuer oder war das eher ein einmaliges Projekt?
Haha, das habe ich nur mit einem Akai-Midi-Keyboard und GarageBand aufgenommen damals. Ein Freund von der Universität der Künste hat mich gefragt, ob ich für sein Abschlussprojekt namens „Nette Kassette“, eine Art No-policy-Projekt, ein Tape produzieren mag. Und da ich ab und zu mit einem Freund jamme und selbst auf meinen Geräten in schlaflosen Nächten herumklimpere, habe ich zugesagt. So wurde aus einer Jam-Session eine Kassette. Und, ja, eventuell kommt bald auch was Neues.

Zusammen mit Jelena und Laura bist du ja regelmäßig auf Cashmere Radio mit eurer Sendung Minnewunder zu hören. Auch ich durfte schonmal zu Gast sein, danke dafür nochmal! Wie hat das bei euch begonnen, wie findet ihr eure Themen und wonach wählt ihr die Gäste aus?
Gerne. Schön, dass du da warst! Es hat alles vor einem Jahr im Filterhouse in Berlin begonnen, wo früher noch unsere Show live mitgeschnitten wurde. Ich würde sagen: Unser Konzept ist eigentlich, kein konkretes Konzept zu haben. Es geht um Vielfalt, eklektische Verbindungen, Übergänge passieren oder nicht passieren zu lassen, Zufälle, Chaos, Ordnung. Ergo: Ein Raum, in dem alles passieren kann, aber nichts muss. Wer sich unsere Radiosendungen anhört, versteht, was ich meine, denke ich.

Minnewunder

Neben deiner Radioshow schreibst du auch für diverse Musikmagazine wie Groove und Spex. Siehst du das ganze eher als Hobby und Kanal für deine Musikpassion oder willst du auf jeden Fall auch weiterhin beruflich in diese Richtung gehen?
Während meiner Studienzeit war das Schreiben mein Hobby No. 1. Aktuell schreibe ich als freie Autorin immer noch sehr gerne, aber wirklich rosig sieht es auf dem Arbeitsmarkt (selbst für qualifizierte Autor*innen) nicht gerade aus. You know that bizz.

Wie und wo hast den den Mix aufgenommen? Hattest du ein bestimmtes Konzept dafür vor Augen oder einfach losgelegt und auf Record gedrückt?
No concept. Just feel and play.

Wo und wann kann man dich bald mal wieder in echt auflegen hören?
Aktuell bespiele ich primär Bars. Am 21. Juli in Kassel zusammen mit Imbet, am 16. August bin ich bei Alex from Galax im Acephale in Köln, am 18. August im Arkaoda mit LoWill, im Oktober in Frankfurt, aber da gibt’s noch keine Details. Dann wieder mit dir irgendwann, irgendwo.

Tracklist
Mit Tracks von Die Wilde Jagd, Rupert Clervaux, Andrea Taeggi, Don‘t DJ, Sølyst und mehr.

Wht Distance kann man bei Soundcloud und Instagram folgen.