28.05.2018  /  Regina  /  Kategorie: Podcasts

Shoutouts gehen hier erst mal an Johannes Albert – wir sind nicht nur seit einigen Jahren befreundet, ich verfolge auch seinen Output als Produzent meist sehr fanmäßig. Vor allem alles, was in Richtung Disco geht. 2016 hat er das Label Fine gegründet, zusammen mit Tilman. Von Tilman wiederum besitze ich einige Platten, zum Beispiel auf seinem Label Klamauk, das er mit zwei Freunden 2008 gegründet hat.

Trotzdem hatte ich die Verbindung von Johannes und Tilman lange nicht wirklich auf dem Schirm. Irgendwann hat sich dann aber für mich doch noch eins und eins zusammengefügt und ich habe auch Tilmans Aktivitäten aufmerksamer verfolgt. Geschmacklich gibt’s da definitiv jede Menge Überschneidungen. Darum quetsche ich ihn nun ein wenig über sein Schaffen und seine Einflüsse aus. Einen sehr feinen Ashorecast aus seiner Feder gibt’s obendrein!

Du lebst in Mainz: Gibt’s Clubs und Plattenläden, die man dort auf dem Schirm haben sollte? Wie ist Mainz für dich als Homebase fürs DJ/Produzenten-Dasein?
Es gibt in Mainz nur den Overdrive Record Shop, ansonsten gehe ich eher nach Frankfurt zum Tactile. Aber auch der GOSU Shop ist sehr zu empfehlen. Ich muss jedoch zugeben, ich kaufe schon die meisten Platten online oder in Städten, in denen ich zu Besuch bin. Zum Beispiel hab ich erst letztens viele Platten beim Oye in Berlin oder Rush Hour in Amsterdam gekauft. 
Leider haben die guten Clubs hier in den letzten Jahren geschlossen oder elektronische Musik aus ihrem Programm genommen. Daher beschränkt es sich für House Musik zurzeit auf das Gutleut oder die Dorett Bar.
Ich bin in Mainz geboren und habe hier natürlich meine Familie und viele Freunde, was für mich sehr wichtig ist und ich fühl mich eigentlich auch sehr wohl. Zum einen liegt Mainz ziemlich zentral in Deutschland und mit dem Flughafen um die Ecke ist Reisen in Europa auch kein Problem. Musik kann man natürlich überall machen, aber klar, für den Austausch und meine „Karriere“ würde mir ein Wohnort wie Berlin, Amsterdam oder London sicherlich helfen.

Zusammen mit Johannes Albert machst du das Label Fine. Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt, und wie kam’s zur Labelgründung?
Soweit ich mich erinnere, habe ich ihn mal für eine Party in Mainz gebucht, daraufhin hat er die Palm Saturdays EP auf Klamauk veröffentlicht. Wir haben uns einfach von Anfang an sehr gut verstanden und daraus ist dann eine Freundschaft entstanden. Fine haben wir aus Spaß gegründet, eigentlich wollten wir nur mal schauen, was passiert und eine Plattform haben, auf der wir unsere Musik ohne Kompromisse oder Wartezeit veröffentlichen können. Und es läuft bis jetzt sehr gut, vielleicht auch, weil wir mit Frank Musik und Klamauk schon etwas Erfahrung mitbringen. Johannes sagte letztens in einem Interview: „We don’t need to discuss, we just do our thing and release records. Maybe we have something like a motto…’no overthinking at all‘.“ Das fasst er damit schon sehr gut zusammen ;-)

Ich hab mir gerade deinen Heavy Jingles Mix angehört. Ist Hiphop auch eher dein musikalischer Background? Und verfolgst du da auch neue Releases, oder bleibst du eher bei den Classics?
Hiphop ist definitiv mein musikalischer Background. Mit dem East-Coast-Hiphop der 90er bin ich aufgewachsen. De La Soul, J Dilla, Pete Rock usw. war und ist schon immer mein Ding, mehr so der softe Hiphop. Ich verfolge die Szene jedoch nicht mehr so regelmäßig, ausser ich bekomme es zufällig über die Social Media mit. Da bin ich dann schon eher bei den Classics.

Verrätst du uns noch ein paar Lieblings-Hiphop-Alben?
Ist eigentlich unmöglich…. daher mal fünf, sechs Stück:
Nas – Illmatic und It Was Written
Gang Starr – Moment Of The Truth
Pete Rock and INI – Center Of Attention
Big Punisher – Capital Punishment
Mos Def – Black On Both Sides
Ich verbinde mit all den Alben eine bestimmte Zeit in den letzten Jahren, da denk ich oft gerne zurück.

Was erwartet uns in deinem Mix? Gibts zum ein oder anderen Track vielleicht ne Story, wie du drauf aufmerksam geworden bist?
Also es ist definitiv ein sommerlicher Mix mit vielen Discoedits. So wirklich eine Story dahinter gibt es jetzt nicht, ich baue oft Promos von Freunden mit ein. Dieses mal von Innocent Soul und Demuja. Beim Higgins veröffentliche ich jetzt bald ein Lied auf seinem Label Kaviar Disco Club… von allen anderen bin ich einfach Fan. COEO, Earl Jeffers, Admin… alle so talentiert!


Bereitest du solche Auftrags-Mixe genau vor, oder entscheidest du eher spontan, was du spielst? Und wie ist das beim Auflegen im Club: Nimmst du eher immer viel zu viel mit, oder packst du nur ein, was du sicher spielen willst?


Generell mach ich mir schon viele Gedanken bei der Auswahl der Lieder für einen “Podcast-Mix“. Das kostet mich auch mit Abstand die größte Zeit und ich probiere ewig rum. Meist machen mir die ersten 3 Lieder Sorgen, danach ist es irgendwie kein Problem, da passt dann alles, aber einen Anfang zu finden, keine Ahnung warum, ist definitiv nicht mein Ding! Das Mixen selbst mach ich oft mit CDJ’s, was wirklich keine große Kunst ist. Mit Vinyl mix ich eigentlich nur im Club oder jetzt vor der Kamera wie bei Red Light Radio. Da ich nun nicht immer weiß, was ich am Ende spielen werde, habe ich zusätzlich immer meinen USB Stick dabei. Auch um neue Lieder zu testen. Mehr Vinyl als in meine Plattentasche reinquetschen kann, nehme ich nicht mit, jedoch finden sich da immer Platten, bei denen ich denke: „Dieses mal aber!“. Und am Ende passt sie wieder nicht, haha. Ich gebe aber nicht auf!

Was ist dein Lieblingsslot zum Auflegen: Warmup, Peaktime oder zum Schluss?


Warmup oder Peaktime… am Ende bin ich immer so müde. Wenn die Party aber rockt, klar, dann ist die Motivation riesig und ich spiel sehr gerne bis zum bitteren Ende. Da kann man dann eigentlich auch immer spielen, was man will, und auch die etwas unkonventionellen Sachen. Wenn ich genau darüber nachdenke, ist es mir eigentlich egal, wann ich spielen darf.

Tracklist
Admin – Here Come The Vibes
Rosso – Cool Notes
Apparel Wax – 002B1
Chesus – Special
Innocent Soul – Do You Wanna Dance
Demuja – Get Up
Andy Hart & Max Graef – Gefleckte Gauklerblume (Borrowed Identity Remix)
Earl Jeffers – The Goose
COEO – Flesh World
Higgins – Good Times
Ricky Razu – Reaching Out
Folamour – Love Frequencies

Tilman bei Soundcloud un Facebook folgen.