18.03.2017  /  Sascha  /  Kategorie: Podcasts

Vor einigen Tagen trafen wir uns mit Vivian Koch noch auf 3 Kurze. Heute ist die Wahlberlinerin wieder bei uns im Blog zu Gast und hat gleich noch einen grandiosen Ashorecast mitgebracht! Zudem sprachen wir mit Vivian über ihre neue Partyreihe Olympe Fatale, ihren Umzug an die Spree, prägende Clubmomente und ihren musikalischen Weg von French- und Discohouse hin zu Electro, Acid, Industrial und vieles darüber hinaus.

Vivian Koch

Vivian, deine Sets, egal ob im Club oder auf Soundcloud, decken zahlreiche Genres ab und reichen von Ambient über Techno und House bis hin zu Industrial, Electro, Acid und New Wave. Weißt du noch, was deine erste Platte war? Und wie hat sich sich dein Stil und Geschmack von da an entwickelt?
Meine erste Platte war die „Dam EP“ von Anonym. Ich war damals durch meinen älteren Bruder stark von French- und Disco-House beeinflusst, welcher mich letztlich auch zum Auflegen brachte. Ich war mir aber ab dem Zeitpunkt des richtigen Plattensammelns immer bewusst, dass ich bisher nur 0,00000000000000001% des Möglichen entdeckt habe. Es fehlte nur zu dem damaligen Zeitpunkt mit 17 schlicht der Zugang zu älterem Electro, Acid oder Industrialkram. Ich hatte dann einige prägende Ereignisse, unter anderem in Berlin, die nach und nach mein Bewusstsein für die Komplexität elektronischer Musik völlig erweitert und geschärft haben. Ich wollte dann immer eine exakte Linie eines bestimmten Sounds durchziehen und spielte stetig technoider, aber ich denke, so langsam kann ich alles vereinen, was ich mag.

Ich habe gelesen, dass dich eine Nacht im Club Wolke im Jahr 2013 besonders geprägt haben soll. Neben dir hat unter anderem Rødhåd gespielt. Was hat diese Party so besonders gemacht? Und hattest du seitdem weitere Schlüsselerlebnisse beim Auflegen?
Um es kurz zu fassen, glaube ich, zum aller ersten Mal etwas Nachhaltiges geschafft zu haben. Seitdem gab es immer Schlüsselmomente, ob positiv oder negativ.

Demnächst feiert deine Partyreihe Olympe Fatale ihre Premiere im Kassablanca in Jena. Warum gerade dort und was ist das Konzept dahinter?
Mit Jena verbinde ich bisher nur gute Nächte, weshalb ich schon lange die Idee hatte, etwas Eigenes in der „Heimat“ etablieren zu wollen. Olympe ist ein gemeinsames Projekt von Jessica Tille und mir, mit dem wir unsere Interessenfelder verbinden wollen. Die Verknüpfung aus Musik und visueller Arbeit könnte im Laufe der Zeit eine eigene Veranstaltungsform entwickeln, die im besten Fall viele Leute auf unterschiedlichen Ebenen inspiriert. Uns liegt dabei am Herzen, vorwiegend weibliche Künstler und Freunde einzuladen, die wir selbst als Inspirationsquelle sehen.

Vivian Koch

Inzwischen hat es dich von Thüringen nach Berlin verschlagen? Wie gefällt es dir hier und hast bereits Pläne, die Olympe-Reihe auch hier zu etablieren?
Puh, Berlin ist für mich einfach einer der besten Orte, in denen man so viel Angebot und Freiheit in jeder vorstellbaren Lebenslage genießen kann und ich fühle mich ziemlich wohl hier. Ich bin echt aufgeregt, was sich aus Olympe Fatale entwickeln wird. Wir haben hier mittlerweile so viele bereichernde Freunde um uns, mit denen wir in Zukunft natürlich zusammen an mehreren Projekten arbeiten möchten.

Danke für deinen Mix! Wie und wo hast du ihn aufgenommen, gab es vorab ein Konzept?
Mit der Plattenauswahl habe ich mich wie immer etwas schwer getan. Um ehrlich zu sein, war ich dann aber total beflügelt und wahnsinnig kaputt von der Berghain-Nacht zuvor. Ich wollte dann einfach nur etwas aufnehmen, zu dem ich mich auf den Boden legen, eine Stunde lang die Decke anstarren und mental wegfliegen kann. Vielleicht habe ich aber auch nur zu viel Stranger Things geschaut, was das Ambiente des Sets erklären würde, wenn ich es jetzt im Nachhinein nochmal höre. Es sind Klassiker von Rude66, David Morley, Thomas P.Heckmann und dem in Brooklyn ansässigen Label L.I.E.S mit dabei, aber auch unveröffentlichte Stücke der holländischen Produzentin Upsammy.

Wo kann man dich bald mal wieder auflegen hören?
Erstmal im Kassablanca Jena und am 19. April zu einer Halftime im Conne Island mit dem Leipziger Duo Lakesilentday und der lieben Carolain Luf.

Tracklist
Mit Tracks von Rude66, David Morley, Thomas P. Heckmann, Upsammy und vielen mehr.

Vivian Koch kann man bei Soundcloud folgen.