04.03.2014  /  Sascha  /  Kategorie: Platte der Woche

Ricky Eat Acid

Sam Ray ist eines dieser Wunderkin… huch, gerade noch mal dem Klischee von der Schippe, also den Tasten, gesprungen. Doch wie nennt man einen, der es mit gerade mal 22 Jahren bereits auf diverse Alben und EPs unter verschiednen Pseudonymen bringt, die dann auch noch von Lo-Fi-Rock über Pop und House bis Ambient reichen? Und dann auch noch beinah durch die Bank weg in diversen Blogs und Magazinen Bestnoten sammeln? Eben! Dieser Tage erschien mit Three Love Songs das neuste Album von Sam Ray, dieses Mal unter seinem wohl bekanntesten Alias Ricky Eat Acid. Darauf sind statt nur drei gleich vier mal so viel Tracks zwischen tief-melancholischen, teils auch experimentellen Electronica-Schnipseln und ambienten Soundscapes sowie an einen gemäßigten Travis Stevart erinnernde Housetracks wie das grandiose „In My Dreams We’re Almost Touching“ zu hören.


Ricky Eat Acid – In My Dreams We’re Almost Touching

Doch abseits dieses Beinah-Clubhits (was noch nicht ist, kann ja noch werden, wer wagt sich an den Remix?) durchzieht das Album eine eigenartig knisternde Traurigkeit, eine Sehnsucht, ein tiefes Säufzen der Maschinen. Das erinnert klanglich genauso an Khonnor oder I Am Robot And Proud wie atmosphärisch an Burial – auch wenn Sam Ray im Gegensatz zu dem Londoner Produzenten nicht von der Insel, sondern der US-amerikanischen Ostküste stammt. Doch auch die Tracks von Ricky Eat Acid sind gespickt mit kleinsten Details und es wert, sie auch nach dem zehnten Mal Hören wieder und wieder neu zu entdecken. Das gute dabei ist, dass Three Love Songs mit jeder neuen Sicht auf die gesamte Platte immer besser wird.


Ricky Eat Acid – Big Man’s Last Trip Outside

Die Vinyl-Version des Album ist leider längst vergriffen, dürfte aber dank einer 7.8 bei Pitchfork durchaus nachgepresst werden – ich jedenfalls würde es mir wünschen. Bis dahin macht es aber auch der Stream bei Soundcloud oder kostenlose Download auf Bandcamp.